Fakten und Irrtümer:
Brot ist ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Tische und gleichzeitig eines der am meisten diskutierten Lebensmittel. Wenn es um Diät geht, machen viele Menschen als Erstes das: „Brot aus dem Leben streichen“. Aber ist das wirklich notwendig? Oder ist nicht eher wichtig, wie viel wir essen statt was wir essen?
Was sagt die Wissenschaft über Brot?
Brot gehört zur Gruppe der Kohlenhydrate. Kohlenhydrate sind die wichtigste Energiequelle unseres Körpers und insbesondere für die Gehirnfunktion lebenswichtig. Eine von der Harvard University 2018 veröffentlichte Studie zeigte, dass eine ausgewogene Kohlenhydrataufnahme langfristig sowohl das Gewicht als auch die Stoffwechselgesundheit positiv beeinflussen kann. Entscheidend ist jedoch, welche Brotsorte wir in welcher Menge konsumieren.
Low-Carb-Diäten vs. kontrollierte Kohlenhydrat-Diäten
In den letzten Jahren wurden Low-Carb-Diäten populär, bei denen Kohlenhydratquellen stark eingeschränkt werden. Eine 2021 in The Lancet Public Health veröffentlichte große Meta-Analyse zeigte jedoch, dass sowohl eine sehr niedrige als auch eine sehr hohe Kohlenhydratzufuhr das Sterberisiko erhöhen kann; der optimale Bereich liegt bei Diäten, bei denen 50–55 % der Gesamtenergie aus Kohlenhydraten stammen (Seidelmann et al., 2018). Diese Daten deuten darauf hin, dass der vollständige Verzicht auf Brot langfristig gesundheitlich riskant sein könnte.
Weißbrot vs. Vollkornbrot
Weißbrot: Wird aus raffiniertem Mehl hergestellt, ist ballaststoffarm und lässt den Blutzuckerspiegel schnell ansteigen. Häufiger Konsum kann das Risiko für Insulinresistenz und Typ-2-Diabetes erhöhen.
Vollkorn-/Roggen-/Urgetreidebrot: Reich an Ballaststoffen, B-Vitaminen und Mineralstoffen. Sättigt länger, verlangsamt die Verdauung und unterstützt den Blutzuckerspiegel.
Bei Personen mit einer Vorgeschichte von Hypoglykämie wird eine ausgewogene Kohlenhydrataufnahme mit Vollkornbrot empfohlen. Bei Typ-2-Diabetikern sollten Brotsorten mit hohem Ballaststoffgehalt und niedrigem glykämischen Index bevorzugt werden. In Diäten zur Gewichtskontrolle führen Portionenkontrolle und die Wahl geeigneter Brotsorten zu nachhaltigeren Ergebnissen, anstatt Brot vollständig zu streichen. Eine 2020 veröffentlichte Meta-Analyse zeigte, dass der Verzehr von Vollkornbrot das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um bis zu 20 % senken kann.
Der Irrtum „Wenn du kein Brot isst, nimmst du ab“
Ja, wenn man Brot weglässt, kann man schnell Gewicht verlieren. Dies ist jedoch meist auf den Verlust von Wasser und Muskelmasse zurückzuführen. Langfristig ist dieser Ansatz nicht nachhaltig und führt zu einem Energiedefizit im Körper, Müdigkeit, Konzentrationsproblemen und kann sogar Essattacken auslösen.
Fazit: Brot ist nicht schlecht – die Wahl ist entscheidend
Brot kann, wenn es richtig ausgewählt wird, Teil eines gesunden Ernährungsplans sein. Es geht nicht darum, es vollständig aus dem Leben zu streichen, sondern es in der richtigen Portion, in der richtigen Form und zum richtigen Zeitpunkt zu essen. Das Problem ist nicht Brot an sich, sondern die Frage: Welches Brot?
Ein Ernährungsplan sollte individuell gestaltet sein. Jedes Lebensmittel – einschließlich Brot – trägt bei maßvollem und ausgewogenem Konsum zu einem gesunden Leben bei.
















