Wir stoßen in jeder Zeit auf eine neue „populäre“ Diät. Eines Tages spricht man über ketogene Ernährung, am nächsten über glutenfreies Leben… Die in letzter Zeit am meisten diskutierte und häufig gestellte Diät ist: Intervallfasten.
Funktioniert diese Methode wirklich?
Ist sie nachhaltig?
Oder nur ein vorübergehender Trend?
Was ist Intervallfasten?
Intervallfasten (Intermittent Fasting) unterscheidet sich von klassischen Diäten, da es sich nicht darauf konzentriert, „was wir essen“, sondern „wann wir essen“. Kurz gesagt geht es weniger um Kalorienrestriktion, sondern vielmehr darum, dem Körper zu bestimmten Zeiten Ruhe- und Verdauungspausen zu geben.
Die gängigsten Methoden:
- 16:8 → 16 Stunden Fasten, 8 Stunden Essenszeit
- 5:2 → 2 Tage pro Woche kalorienarm, 5 Tage normale Ernährung
- 24-Stunden-Fasten → 1–2 Mal pro Woche ein ganzer Fastentag
Welche Vorteile hat es?
Studien zeigen, dass Intervallfasten folgende Effekte haben kann:
- Die Insulinsensitivität kann steigen – ein wichtiger Vorteil insbesondere für Menschen mit Insulinresistenz oder Prädiabetes.
- Es kann die Zellerneuerung unterstützen. Durch den Prozess der „Autophagie“ reinigen sich die Zellen quasi selbst.
- Die Fettverbrennung kann beschleunigt werden. Wenn die Glykogenspeicher während des Fastens aufgebraucht sind, greift der Körper zur Energiegewinnung auf Fettreserven zurück.
👉 Alle diese Effekte sind individuell verschieden. Was für die eine Person passt, muss nicht für die andere geeignet sein.
Kommentar der Ernährungsberaterin: Für wen ist es geeignet?
Intervallfasten kann geeignet sein für:
- Personen mit nächtlichen Essgewohnheiten
- Personen mit unregelmäßigen Mahlzeiten
- Personen mit ständigem Snack-Bedürfnis
Nicht geeignet ist es für:
- Menschen mit Typ-1-Diabetes oder Insulintherapie
- Schwangere und stillende Frauen
- Kinder und Jugendliche
- Personen mit Essstörungen in der Vorgeschichte
Tipps für Interessierte
- Trinken ist während des Fastens ein Muss: Wasser, Mineralwasser, ungesüßter Kräutertee oder schwarzer Kaffee ohne Zucker und Milch sind erlaubt.
- In der Essensphase nicht übertreiben – Balance ist entscheidend.
- Eiweiß und Ballaststoffe sind wichtig, da sie das Sättigungsgefühl verlängern.
Diät oder Lebensstil?
Die Antwort auf diese Frage ist individuell. Wenn Ihnen diese Ernährungsweise nachhaltig erscheint und Ihr Essverhalten positiv beeinflusst, kann sie für Sie ein Lebensstil sein.
Wenn sie jedoch nur mit dem Ziel des schnellen Abnehmens und als kurzfristiger „Trend“ begonnen wird, besteht die Gefahr, dass es eine kurzlebige Diät bleibt.
Denken Sie daran: Kein System ist ein Wundermittel – aber unter fachkundiger Betreuung und mit dem richtigen Ansatz kann Intervallfasten wirklich wirksam sein.















